Zusatzversorgung
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Ausdruck aus dem Internetangebot Landesamt für Besoldung und Versorgung

Fundstelle: Startseite / Tarifbeschäftigte / Zusatzversorgung

01.01.16

Zusatzversorgung.

Wann tritt die Zusatzversorgungspflicht ein und welche Kosten sind damit verbunden?


Adresse (URL): http://www.lbv.nrw.de/tarifbeschaeftigte/zusatzversorgung.php


01.01.16

Zusatzversorgung

Ich habe eine Frage zur Zusatzversorgung bei der VBL. Wo bekomme ich Informationen?

Ein speziell auf Tarifbeschäftigte im öffentlichen Dienst des Landes Nordrhein-Westfalen zugeschnittenes VBL-Informationsportal finden Sie hier.

Sie erhalten dort unter anderem Antworten auf die Fragen:

  • Wer ist in der VBL pflichtversichert?
  • Welche Leistungen gewährt die VBL?
  • Wer erhält Betriebsrente?
  • Wie errechnet sich die Betriebsrente?
  • Was passiert mit der Zusatzversorgung, wenn ich aus dem Beschäftigungsverhältnis ausscheide, ohne einen Rentenanspruch zu haben?
  • Welche Zusatzversorgungsansprüche haben Witwen, Witwer und Waisen?
  • Wann erhält man Sterbegeld von der VBL?

Was kostet mich die Zusatzversorgung bei der VBL?

  1. Wie wird die VBL finanziert?
    Die Leistungen der VBL werden u. a. finanziert durch eine Umlage des Arbeitgebers in Höhe von 6,45 % und einen Umlage-Beitrag des Arbeitnehmers in Höhe von 1,61 % des zusatzversorgungspflichtigen Einkommens.
    Das zusatzversorgungspflichtige Einkommen entspricht Ihrem steuerpflichtigen Arbeitsentgelt, von dem allerdings bestimmte Bestandteile, zum Beispiel die Vermögenswirksamen Leistungen Ihres Arbeitgebers (VL), abgezogen werden.

    Berechnungsbeispiel:

    Bei einem zusatzversorgungspflichtigen Einkommen von 4.000 € monatlich

     

     

     

    beträgt die Umlage des Arbeitgebers (6,45 %)

    258,00 €

    Hinzu kommt der Umlage-Beitrag des Arbeitnehmers (1,61 %)

    + 64,40 €

    Insgesamt sind an die VBL zu zahlen

    = 322,40 €


  2. Muss ich die Umlage des Arbeitgebers für meine VBL-Versicherung versteuern?
    Die Umlage des Arbeitgebers zählt zu Ihrem steuerpflichtigen Einkommen, weil es eine Zukunftssicherungsleistung des Arbeitgebers für den Arbeitnehmer ist.
    Zunächst wird der steuerfreie Betrag in Abzug gebracht. Darüber hinaus versteuert der Arbeitgeber die Umlage bis zu einer Höhe von maximal 92,03 € monatlich pauschal und trägt die sich daraus ergebende Steuer allein.
    Sie müssen nur die darüber hinausgehenden Teile der Umlage versteuern.

    Berechnungsbeispiel:

    Bei einem zusatzversorgungspflichtigen Einkommen von 4.000 € monatlich

     

     

     

    beträgt die Umlage des Arbeitgebers (6,45 %)

    258,00€

    abzüglich des steuerfreien Anteils

    124,00 €

    abzüglich des von Arbeitgeber zu versteuernden Teils

    - 92,03 €

    ergibt sich als vom Arbeitnehmer zu versteuernder Teil der Umlage

    = 41,97 €


  3. Zählt die Umlage des Arbeitgebers an meiner VBL-Versicherung zu meinem sozialversicherungspflichtigen Einkommen?
    Die Umlage des Arbeitgebers erhöht auch Ihr sozialversicherungspflichtiges Einkommen:

    • Der vom Arbeitnehmer zu versteuernde Teil der Umlage zählt in voller Höhe als sozialversicherungspflichtiges Einkommen.
    • Auch der vom Arbeitgeber zu versteuernde Teil der Umlage und der steuerfreie Anteil erhöhen Ihr sozialversicherungspflichtiges Einkommen.
      Der die Grenze von 100,00 € (Grenzbetrag) übersteigende Betrag wird Ihrem Arbeitsentgelt hinzugerechnet.

      Berechnung:

       

      Steuerfreier Anteil

      124,00 €

      Pauschalbesteuerter Anteil

      + 92,03 €

       

      216,03 €

      ./. Grenzbetrag

      - 100,00 €

      Beitragspflichtige Einnahme

      = 116,03 €


      Von der Summe des steuerfreien und des pauschal besteuerten Anteils der Arbeitgeberumlage, höchstens jedoch monatlich 100,00 €, werden 2,5 % Ihrem sozialversicherungspflichtigen Ein- kommen hinzugerechnet. Dabei wird ein Freibetrag von monatlich 13,30 € berücksichtigt.

      Berechnung:

       

      (100 € : 6,45 x 100 = ) 1.550,39 € x 2,5 %

      38,76 €

      Abzüglich des Freibetrags von

      - 13,30 €

      verbleibt ein Betrag von

      25,46 €


    Es ergibt sich für unser Berechnungsbeispiel:

    Bei einem monatlichen zusatzversorgungspflichtigen Einkommen von 4.000 €

     

     

     

    beträgt der vom Arbeitnehmer zu versteuernde Teil der Umlage des Arbeitgebers (siehe oben)

    41,97 €

    dazu kommt der den Grenzbetrag von 100,00 € übersteigende Anteil (siehe oben)

    116,03 €

    und der Hinzurechnungsbetrag (siehe oben)

    + 25,46 €

    Daraus ergibt sich der sozialversicherungspflichtige Teil der Umlage des Arbeitgebers

    = 183,46 €

    Das sozialversicherungspflichtige Einkommen beträgt dann insgesamt 4.183,46 €.

Die vorgenannten Regelungen gelten nur für das 1. Beschäftigungsverhältnis. Besonderheiten, die bei der Durchführung einer Entgeltumwandlung zu beachten sind, werden hier nicht aufgezeigt. Bei einer nach Steuerklasse VI versteuerten Beschäftigung ist die Umlage in voller Höhe steuer- und sozialversicherungspflichtig.

 

Was passiert mit den Beiträgen zur Zusatzversorgung, wenn ich die Wartezeit (60 Monate) nicht erfülle?

Die vom Arbeitnehmer eingezahlten Beiträge können erstattet werden. Erstattungsfähig sind jedoch nur die tatsächlich vom Arbeitnehmer getragenen Beiträge, das sind die bis 30.6.1973 und wieder ab 1.1.1999 vom Arbeitsentgelt einbehaltenen Beiträge.

Die Umlagen zur Zusatzversorgung, die allein vom Arbeitgeber getragen wurden, werden nicht erstattet. Für den Zeitraum vom 1.7.1973 bis 31.12.1998 kommt insoweit eine Beitragserstattung an den Arbeitnehmer nicht in Betracht.

Das Recht, die Beitragserstattung zu beantragen, entsteht mit der Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses und erlischt grundsätzlich mit der Vollendung des 67. Lebensjahres.

Nach erfolgter Beitragserstattung erlischt auch die entsprechende Versicherungszeit in der Zusatzversorgung endgültig. Eine Beitragserstattung kann nicht rückgängig gemacht werden.

Ein Hinweis:

Ein bei der VBL zusatzversicherter Arbeitnehmer, der aus seinem Arbeitsverhältnis ausscheidet, bevor er aus der gesetzlichen Rentenversicherung eine Rente erhält, wird nach der Satzung der VBL "beitragsfrei Versicherter". Diese beitragsfreie Versicherung kann später wieder als eine Pflichtversicherung aufleben, wenn ein neues Beschäftigungsverhältnis eingegangen wird, das der Versicherungspflicht in der VBL oder einer anderen Zusatzversorgungseinrichtung, mit der die VBL ein Überleitungsabkommen geschlossen hat, unterliegt. Dies gilt auch dann, wenn bisher die Wartezeit noch nicht erfüllt worden ist.

Es besteht daher die Chance, die Anwartschaften auf eine Rentenleistung der Zusatzversorgung noch zu einem späteren Zeitpunkt zu erfüllen. Bevor Sie eine Beitragserstattung beantragen sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass bis zu Ihrem späteren Rentenbeginn die Wartezeit tatsächlich nicht mehr erfüllt werden kann.

Weitere Informationen können Sie von der VBL unter der Internet-Adresse www.vbl.de erhalten.